Von der Straße in die Tasse: Ein Blick auf den philippinischen Kaffee – 25 Magazine, Issue 11

Von der Straße in die Tasse: Ein Blick auf den philippinischen Kaffee – 25 Magazine, Issue 11

MMeine kulinarische Neugier hat mich schon oft in die Richtung Südostasien geführt. Aber ich dachte nie, dass Kaffee mich wieder zurück in meine Heimat, die Philippinen, bringen würde.

In der kosmopolitischen Hauptstadt Manila scheint die wachsende Faszination mit Spezialitätenkaffee in enger Konkurrenz mit der Obsession mit Karaoke-Balladen zu stehen. Und das sagt viel, denn alte Schnulzen sind selbst von einer Fahrt mit dem klapperigsten Jeepney nicht wegzudenken.

Seit die Philippinen 1889 vom Kaffeerostpilz heimgesucht wurde, wurde das Land von der Welt des Spezialitätenkaffees meist übersehen. Kalsada – ein Sozialunternehmen, das philippinischen Kaffee fördert – will dies ändern. Trotz seiner Spitzenlage im Kaffeegürtel habe ich die Philippinen nie als Ursprungsland von Kaffee betrachtet. Voller Neugier und Koffein habe ich Kalsada eine Nachricht geschickt. Ich hatte bereits vor, nach Manila zu fliegen und wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mehr über den Kaffee in meinem Heimatland zu erfahren. Eine Antwort und eine Videokonferenz später befand ich mich im Café an den Ruinen, einem lokalen Café in Baguio, unterhielt mich mit Carmel Laurino und Tere Domine, zwei der Mitgründer von Kalsada Coffee.

Baguio liegt vier Autostunden nördlich der Hauptstadt Manila entfernt und gilt als Oase, in der man der drückenden Luftfeuchtigkeit des Landes entkommen kann. In der in den Bergen gelegene Stadt in der Provinz Benguet findet man kulturelle Köstlichkeiten wie tsokolate de batirol, eine traditionelle heiße Schokolade aus lokalem Kakao, sowie Erdbeer-taho, ein seidenweiches Tofu-Gericht mit Tapioca-Perlen und Erdbeersirup. Es wäre zwar ein Leichtes gewesen, meine Zeit mit dem Kosten lokaler Köstlichkeiten zu verbringen, aber ich freute mich schon sehr auf den Besuch von Sitio Belis, einer der Mikromühlen von Kalsada in Benguet.

Die Straße nach Sitio Belis nichts für schwache Herzen: unterwegs muss ein Fahrer einen Jeep gekonnt eine raue Straße hinuntermanövieren, die nur wenige Zentimeter von den Bergabhängen trennen. In manchen Kurven wird die unbefestigte Straße zu Kies, und nur der Soul von Aretha Franklin beruhigt die angeschlagenen Nerven. Mit Überraschung stellte ich fest, dass es diese Straße vor Kalsada noch gar nicht gab. Für Carmel begann Kalsada als eine Suche nach ihren Filipino-Vorfahren. Als das Projekt Dynamik entwickelte, hat Kalsada buchstäblich eine Straße für die Farmen erbaut (kalsada bedeutet in der Tagalog-Sprache Straße), damit die Farmer ihre Produkte zum Marktpreis verkaufen konnten. Die Investition in Beziehungen mit örtlichen Kaffeefarmern hat auch großes Interesse in hochwertigerer Produktion ausgelöst. Kalsada führte in den Kaffeegemeinden in Sitio Belis angemessene Ausrüstung und Trockeneinrichtungen ein und vermittelte den Farmern das Verständnis, dass die Magie des Kaffees in ihren Händen begann. Diese gemeinsamen Bemühungen haben zu Säcken philippinischen Spezialitätenkaffees geführt, die die Farmer und das wachsende globale Publikum genießen können.

Fely Balabag (left) and Linda Veloso (right) sort through green coffee at the Sitio Belis micromill in Atok, Benguet.

Fely Balabag (links) und Linda Veloso (rechts) sortieren Kaffee an der Mikromühle von Sitio Belis in Atok, Benguet.

Kalsada konzentriert sich momentan auf zwei Regionen in den Philippinen: Benguet im Norden und Bukidnon in Mindanao im Süden. Sie können fruchtige und nussige Geschmacksprofile mit einer kalamansi-artigen Azidität AUS Benguet und blumige, tee-artige Eigenschafen von den Bohnen aus Mindanao erwarten. Wenn Sie Manila besuchen, lassen Sie sich zum Frühstück tapsilog oder warmes pan de sal schmecken und genießen Sie dazu eine Tasse Kalsada-Kaffee in den lokalen Cafés Habitual, The Den und Artesania oder auch den bekannten Restaurants Toyo Eatery und Purple Yam Malate.

JESSICA HERNANDEZ ist eine freischaffende Journalistin aus Los Angeles, USA. Sie dokumentiert die Berührungspunkte zwischen Gastronomie, Kultur und Reisen. Ihre Arbeit finden Sie bei @hernandezjess auf Instagram.

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