Verantwortung und Risiko – 25 Magazine, Issue 10

Verantwortung und Risiko – 25 Magazine, Issue 10

“Es ist nicht einfach, wenn man weiß, dass man sein Einkommen opfert, dass man an der Subventionierung der Kaffeeindustrie arbeitet.”

In einem Interview auf der Re:Co im April in Boston hat Merling Preza, der Geschäftsführer PRODECOOP in Nicaragua, eine persönliche Frage ehrlich beantwortet: Haben Sie manchmal die Nase voll davon, Gruppen immer wieder das Gleiche zu sagen? „Es stimmt, dass ich manchmal die Nase voll habe. Manchmal belastet es mich. Es belastet mich, weil es die gleichen Themen, die gleichen Dinge sind … Aber ich glaube, es ist unsere Verantwortung, zu versuchen, hieraus Sinn zu machen, weil es um unsere Familien geht. Unsere Familie auf den Feldern – sie erleiden die Situationen, manche Organisationen oder Produzenten mehr als andere.“

In Ausgabe 10 beleuchten wir die Herausforderungen des Spezialitätenkaffees auf neue Arten. Im Spotlight hat Juan Páez die Stadt Marsella Risaralda in Kolumbien im Sucher seiner Kamera und fragt: Was passiert mit der Kultur der kaffeeanbauenden Gemeinschaften, wenn es keine jüngere Generation mehr gibt? In Einblicken erkundet Erika Koss die Auswirkungen von Worten und verfolgt die Etymologie und Geschichte des Begriffs „Resilienz“, den wir im Spezialitätenkaffee häufig in Nachhaltigkeits-Narrativen verwenden.

Aber neben den Herausforderungen gibt es auch Möglichkeiten: In Ursprung weckt Vera Espindola Rafael Hoffnung mit ihren jüngsten Erkenntnissen über den zunehmenden Binnenverbrauch von Kaffee und seine Auswirkungen auf die Kaffeepreise in Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Ruanda. In Forschung stellen Sophia Jiyuan Zhang und Florac de Bruyn fest, dass die Ergebnisse eines vierjährigen Projekts, mit dem ein besseres Verständnis über die Auswirkung der Kaffeeverarbeitung nach der Ernte gewonnen werden sollte, neue und interessante Fragen aufwerfen, beispielsweise: Sollten wir die Kaffeesorte bei der Auswahl einer Verarbeitungsmethode in Betracht ziehen?

“Was ich bisher gesehen habe,” so Merling über das diesjährige Re:co-Programm, “ist, dass wir alle versuchen, das Problem besser zu verstehen … Aber [für Produzenten] geht es [beim Preis] um „Essen oder nicht Essen“. Ich hoffe, diese Ausgabe wird das Verständnis beschleunigen, damit wir zu Handlungen übergehen und mehr der Verantwortung und Risiken übernehmen können, die Produzenten schon seit Jahrzehnten auf ihren Schultern tragen.

JENN RUGOLO
Chefredakteurin, 25 Magazine

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